Buchrezension: Seibel, Geheimsache: Zölibat und Missbrauch

Angelika Dominique Seibel – Geheimsache: Zölibat und Missbrauch – Was uns Vatikan und Politik verschweigen – Band I: Die Propaganda gegen das Leben. Was uns Kirche und Politik verschweigen – Band II: Der Krieg gegen den Menschen, Herstellung und Verlag: Books on Demand, Norderstedt – www.bod.de – beide Bände: korrigierte 2. Auflage 2010.

Das ist ein erfrischender Stil, den Frau Seibel da schreibt. Es ist irgendwie anders als sonst bei klassischen Theologen. Da ist sehr viel zitiert, aber die Bibelverse klein gehackt. Frau Seibel zitiert natürlich auch, aber nicht unbedingt das, was jemand, der schon mal ein Buch darüber gelesen hat, bei einem anderen abgeschrieben hat. Das Buch ist ein einziger Angriff auf die Texte von Heid. Frau Seibel versucht nachzuweisen, dass die Gnosis mit all ihrer Leib- und Sexualfeindlichkeit schon sehr früh ins junge Christentum eingedrungen ist. Sie macht die Gnosis und ihr Gedankengut mitverantwortlich dafür, dass die Zölibatsvorstellungen so früh um sich greifen konnten. Der Stil ist viel einfacher, verständlicher als bei Heid oder Kaspers oder gar Lüdecke. Es wird nicht erwartet, dass der Leser in einer handvoll alter und neuer Sprachen zu Hause ist. Verse des Neues Testaments, die für die Liebe und die Ehe sprechen, werden neu herausgehoben. Stellenweise weht ein Hauch von Polemik und Spott durch das Buch. Das macht es aber um so lesenswerter.

Meine Empfehlung: Schenken Sie die Bücher einem lieben Mitmenschen oder gleich sich selbst! Es lohnt sich!

Wilhelm Gatzen, im August 2011