Die VkPF im Überblick

Meine Eindrücke vom Katholikentag

Nachdem wir erst seit Januar diesen Jahres Mitglieder bei der Vereinigung sind, sah ich dem Katholikentag mit großer Spannung, aber auch mit Stolz entgegen, die Vereinigung und die ganzen Schicksale, die mit uns zusammenhängen, in der Öffentlichkeit vertreten zu dürfen.

Nach langen Jahren der Wanderschaft tat es richtig gut, sofort als gleichberechtigtes Mitglied in einer Gemeinschaft aufgenommen zu werden. So hatte ich schon bei unserem gemeinsamen Abendessen bei Hoffmanns den Eindruck, dazuzugehören. Dort holte uns unsere Gastwirtin ab, von deren Gastfreundschaft wir trotz ihres hohen Alters sehr beeindruckt waren. Die persönliche Unterbringung und dadurch die Möglichkeit, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen hat Frank und mir besonders gut gefallen.

Im Rückblick kann ich mich noch gut erinnern, wie wir dann am Donnerstagmorgen zum Eingang des Katholikentagsgelände gingen, um beim Aufbau zu helfen. Das Ergebnis war für mich auch ein Ausdruck der Gemeinschaft bzw. der verschiedenen Geistesgaben, die sich gut ergänzen.

Besonders gespannt war ich auf die sogenannten Wühlmäuse, die versuchen würden, unsere Standmitglieder so in Beschlag zu nehmen, damit wir keine wirkliche Informationsarbeit mehr leisten konnten. Diese blieben Gott Lob unserem Stand fern. Um so mehr Interessenten gab es quer durch alle Altersgruppen, wovon auch viele mit gekräuselter Stirn vorbeigingen und fragten, ja seit wann denn katholische Priester heiraten dürften. (Der Name stiftet doch immer wieder Verwirrung und das ist gut!) Zwei junge Mädchen erzählten aus ihrer Gemeinde, dass Jugendarbeit sehr schwierig sei, weil wegen Priestermangel bzw. ständig wechselnden Priestern, die Bezugsperson immer wieder wegfällt. Die Geschwister wären inzwischen in der evangelischen Gemeinde aktiv. Ihr Tenor: Wenn Priester heiraten dürften, gäbe es viel mehr.

Interessanterweise waren nach meiner Beobachtung meist junge Männer von dem Computerclip angetan. Erst einmal stehengeblieben, konnte man sie gut ansprechen und dann über die Arbeit der Vereinigung informieren oder auch Kontaktadressen weitergeben. Viele waren auch zur Unterstützung per Unterschrift bereit.

Ein interessantes Gespräch ergab sich mit dem Vorsitzenden von Adveniat, der über die Probleme des Zölibats mit den unterschiedlichsten Kulturen in Lateinamerika berichtete. Auch „geübte“ Katholikentagsbesucher, die offensichtlich die Vereinigung schon seit einigen Jahren kennen, kamen vorbei und brachten ihre Zweifel ganz offen zum Ausdruck, ob die ganze Arbeit „denn was bringt“. Wir haben es geschafft, auf dem offiziellen Katholikentag zu sein, das ist ein Schritt. Für mich selbst ist die Arbeit auch wichtig, weil es mir zumindest das Gefühl gibt, ich versuche, diese Kirche mitzugestalten.

Besonders wichtig fanden wir, bei aller Wertschätzung der „altgedienten Profis“ der Vereinigung, die Präsenz der „jungen“ Mitglieder. Wir sind überzeugt, dass nicht zuletzt die „bunte Mischung“ unserer Standbesetzung Anteil hat an unserer erfolgreichen Informationsveranstaltung. Die zahlreichen Gespräche waren zwar anstrengend, aber auch ermutigend für die Weiterarbeit in der VKPF. Vor allem eine indirekte Aufforderung unsere „Aufklärungsarbeit“ auch auf dem kommenden ökumenischen Kirchentag in Berlin fortzusetzen.

Theresia Kohl