Die VkPF im Überblick

Gründung der Vereinigung (1984)

Am Wochenende, dem 24./25. März 1984, kommt es in Bad Nauheim im Kettlersanatorium zur Gründungsversammlung (das Haus Johannes XXIII., in das eingeladen wurde, war kurzfristig belegt). Von den ca. 400 Angeschriebenen hatten sich ca. 60 gemeldet. An der Versammlung "nahmen teil ca. 30 Personen, davon 4 Ehefrauen, 2 Kinder, 2 holländische Beobachter, 1 nicht Betroffener, aber interessierter Mitchrist" (Protokoll des Treffens). Das herausragende Ereignis war die Runde der persönlichen Meinungsäußerung zu Sache und Vorhaben. Diese disziplinierte Äußerungsrunde hatte zur Folge, dass die bis heute gültigen Grundvorstellungen der Vereinigung in großer Einmütigkeit in Satzungsform beschlossen werden konnten (§ 2,1 - 6 der Satzung). Zur Namensgebung notiert das Protokoll: "‚Gemeinschaft' erschien zu sehr auf Persönliches bezogen; ‚Arbeitskreise' oder ‚Arbeitsgemeinschaft' zu sachlich, ‚Zusammenschluss' zu formell, deshalb ‚Vereinigung' (einstimmig).

Drei Bezeichnungen standen nach Diskussion zur Wahl:
1) Vereinigung katholischer verheirateter Priester
2) Vereinigung verheirateter katholischer Priester und ihrer Familien
3) Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen. Die 3) wurde mit Mehrheit angenommen." (Soweit das Protokoll). Die Streichung des "verheirateter" wurde von Christa Thoma vorgeschlagen, damit deutlich ist, dass auch die Paare von der Vereinigung vertreten werden, die - aus was für Gründen auch immer - nicht verheiratet sind.

Aus den maßgebenden Beschlüssen zur Satzung und zum Namen werden zwei weitere folgenreiche Beschlüsse gefasst: Es soll ein "Mitteilungsblatt" herausgegeben werden (vom Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit) und die Vereinigung soll auf dem Katholikentag im Juli in München für ihre Programmpunkte werben.

Zum Vorstand wurden gewählt: Heiner Lueg (Vorsitzender), Klaus Thoma (Stellvertreter), Dr. Hans-Jürgen van der Minde (Öffentlichkeitsarbeit), Paul Gieß (Schriftführer), Christa Thoma (Kassiererin).

Ich meine, die Meinungsrunde der Gründungsversammlung bringt die Mehrzahl der Probleme, die bis heute für die Vereinigung gültig sind. Die produktive Kompromissbereitschaft der Leute auf der Gründungsversammlung, Menschen mit so unterschiedlichen Sichten, ist ein Erbe, das uns auch den nötigen Atem behalten lässt auf dem langen Weg bis zur Überwindung des Pflichtzölibates. Unterschiedliche Sichtweiten sollten uns höchst willkommen sein, denn sie erweitern den eigenen Horizont.