Problem Pflichtzölibat

Die Römische Kirche hat mit dem Pflichtzölibat ein grundsätzliches Problem für die Zulassung zum priesterlichen Dienst. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch andere Probleme gibt, sondern nur, dass der Pflichtzölibat fundamental negative Wirkungen auslöst - und das schon seit der Frühzeit des Christentums.

 

Die Römische Kirche hat mit dem Pflichtzölibat ein grundsätzliches Problem für die Zulassung zum priesterlichen Dienst. Das bedeutet nicht, dass es nicht auch andere Probleme gibt, sondern nur, dass der Pflichtzölibat fundamental negative Wirkungen auslöst - und das schon seit der Frühzeit des Christentums. Das Argument zur Verteidigung des Pflichtzölibats ist die "Freiwillige Verpflichtung". Aber aus vielen Biographien wissen wir, dass diese (durchaus ehrliche) Zustimmung zur Konfliktquelle wird, wenn sie im Leben nicht mehr tragend ist. Die Folgekette ist lang: Bordellbesuche, heimliche Beziehungen, Priesterkinder, Wechsel der Beziehungen. neurotische Fehlentwicklungen, Vertuschungen, Vertrauensverlust, Doppelleben....... Leidtragend sind vor allem die Frauen. Negativ ist auch, dass die personal gewollte Ehelosigkeit entwertet wird. Dabei spielt eigentlich die Frage, ob jemand in partnerschaftlicher Beziehung lebt oder nicht lebt, in unserer Gesellschaft  keine Rolle mehr; es ist für jeden seine Entscheidung. Übersehen werden oft zwei Zusammenhänge: Einmal das hohe Alter der meisten Entscheidungsträger (Bischöfe und Päpste), die biologisch zumeist in einer postsexuellen Lebensphase sind; zum anderen die Einbettung des Pflichtzölibates in ein insgesamt gestörtes Bild von der Sexualität. Gegenwärtig reißt die liberale Gesellschaft (in fast allen Ländern) den innerkirchlichen Schleier der Verheimlichung auf und es zeigt sich, dass die Römische Kirche (fast) unheilbar in ganz tief wirkende Probleme verstrickt ist. Man kann den Eindruck gewinnen, dass diese Probleme unlösbar geworden sind. Gegenwärtig kommt dazu der akute und mehr als bedrohliche Priestermangel, der bisher immer vertuscht wurde (das Gottesvolk muss nur um Berufungen mehr beten). In ganz Westeuropa ist die katholische Kirche "kopflos" geworden. Ob der mutige und identische Papst Franziskus einen Lösungsansatz (wenigstens das!) findet, wird von vielen mittlerweile bezweifelt. Dass die protestantischen Kirchen in diesem  Desaster mitgerissen werden, ist auch kein Geheimnis mehr.