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Schon sind sie wieder vorbei, die Tage in Osnabrück. Maria und mich hat der Alltag eingeholt, die erste Wäsche hängt schon am Sonntagnachmittag auf der Leine. Trotzdem bleibt natürlich etwas zurück, wie nach jedem der vergangenen Katholikentage.

Es ist vor allem die Erfahrung aus den vielen Gesprächen, dass wir als VkPF mit unseren Anliegen breite Unterstützung finden bei den Menschen aus und in den Gemeinden. Besonders beeindruckt haben mich die Frauen der KFD, die in diesem Jahr an ihren roten Halstüchern schon von weitem zu erkennen waren. Auf das Thema Pflichtzölibat reagierten sie im Gespräch sehr engagiert, oft aufgrund eigener Erfahrungen durch den Verlust ihres Seelsorgers vor Ort oder das Wissen um die heimliche Beziehung eines Priesters. „Gestandene Frauen“ habe ich da erlebt, von denen ich mir wünschen würde, dass ihr Engagement und ihre Begeisterung viel stärker einmünden könnte in gestaltende Verantwortung, wenn es darum geht, die Pastoral der nächsten Jahre zu bestimmen. Leider sind die Bischöfe und die meisten Pfarrer nicht bereit, Verantwortung (und damit Macht) abzugeben.

In diesem Jahr habe ich nur ein einziges Gespräch geführt, in dem jemand sich für die Beibehaltung des Pflichtzölibates aussprach. Daraus darf sicher nicht geschlossen werden, dass 99,9 Prozent der Katholikentagsteilnehmer unserer Meinung sind. So mancher ist auch mit deutlich unwilligem Gesichtsausdruck an unserem Stand vorbeigegangen. Außerdem waren diesmal in der unmittelbaren Nachbarschaft des Standes keine „rechten“ Gruppen vertreten, deren Anhängerinnen und Anhänger uns z.B. in Saarbrücken des öfteren in längere Streitgespräche verwickelten. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Basis unserer Unterstützer breiter und selbstbewusster geworden ist, dass der Unmut wächst, dass es unterm Deckel immer stärker brodelt. Wenn sich dieser Unmut der Basis nach außen (bzw. nach oben) jetzt noch stärker artikulieren würde, wären wir einen großen Schritt weiter. Jedenfalls habe ich gespürt, dass sich unser Einsatz lohnt. In vielen Gesprächen wurde uns Kraft und Stehvermögen gewünscht.

Die äußeren Rahmenbedingungen stimmten ebenfalls. Die Entscheidung für einen größeren Stand hat sich als richtig erwiesen, trotz der höheren Kosten. Die Farbe Rot war ein Volltreffer! Unsere T-Shirts fielen ins Auge, nicht nur am Stand. Der rote Flyer sowie das große rote Tuch passten perfekt dazu. Die Baumwolltaschen gingen wieder einmal weg wie warme Semmeln. 250 Stück plus Restposten aus Saarbrücken waren schon am Freitag vergriffen. Dazu kam Dieters „Andachtsbildchen“ mit den beiden heiratswilligen Bischöfen, das manches herzhafte Lachen auslöste und ein wunderbarer Gesprächseinstieg war. Lediglich die Pinwand mit der „Who is who ?“-Aktion hatte m.E. nicht den durchschlagenden Effekt. Da müssen wir für 2010 in München noch mal dran arbeiten.

Es waren schöne Tage in Osnabrück, nicht nur aufgrund des herrlichen Wetters. An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an alle, die zum Gelingen beigetragen haben!

Stefan Kipping


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Literatur zum Zölibat

  • Oh, Gott! Kreuzweg Zölibat +

    Loser Friedli Gabriella Loser Friedli, Oh, Gott! Kreuzweg Zölibat, Wörtersee-Verlag, 2014

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  • Ich bin auf den Grund gegangen +

    Zellner Lorenz Zellner, Ich bin auf den Grund gegangen - aber nicht zugrunde, Verlag epubli GmbH, 2013 , 14,80 €

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  • Zölibat und Frau +

    BuchtitelLuise Rinser, Zölibat und Frau, Verlag Echter, 1967

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  • Zehn Argumente für den Zölibat +

    Buchtitel Hans Conrad Zander, Zehn Argumente für den Zölibat. Ein Schwarzbuch, Verlag Patmos, 2006, 7,95 €

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