Logo schmal

Ja, wo fange ich am besten an, vom Katholikentag zu erzählen? Was mir sehr in Erinnerung gebliebenen ist, sind die vielen guten und intensiven Gespräche. Es war mein erster Katholikentag hinter dem Stand, und ich hatte ehrlich gesagt nicht mit so vielen interessanten Gesprächen gerechnet.

Ich dachte, die Leute fragen mal so nach Infomaterial und gehen dann weiter. Aber ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Priesteramtskandidaten, bei dem sich dann auch eine Frau aus dem Publikum eingemischt hat, das sehr gut war und mindestens eine halbe Stunde gedauert hat. Sicherlich haben alle Beteiligten anschließend noch weiter geredet oder zumindest darüber nachgedacht. Interessant war auch die Aussage eines Franziskaners, der meinte, er hätte keine Probleme mit Mitbrüdern, die weggegangen sind, er könne sich durchaus vorstellen, diesen wieder in der Gemeinschaft eine Arbeitsmöglichkeit zu bieten.

Erschreckt war ich über einige Fanatiker, die trotz ihrer Jugend von vielleicht 20 Jahren so radikal und rigoros und unbelehrbar waren, dass ich es schon schlimm fand. Ein Versprecher kam lustigerweise von einem Kapuziner, bei dem Georg mich als seine Frau vorstellte; der meinte, von uns Frauen gäbe es noch viel zu wenige. Erst als er mein erstauntes Gesicht sah, meinte er: "Ich meine Kapuzinerinnen und nicht Frauen von Kapuzinern - die werden immer mehr."

Leider hatte ich wenig Gelegenheit, an offiziellen Veranstaltungen teilzunehmen. Aber Georg und ich haben uns am Donnerstagabend Bischof Gaillot gegönnt. Man kann schon sagen, gegönnt; denn ich finde diesen Bischof klasse. Er ist bescheiden und unauffällig und hat etwas zu sagen. Das war wirklich ein Erlebnis. Dazu noch etwas Lustiges: Nach dem Gaillot-Vortrag sind wir zu sechst mit dem Bus zum Bayrischen Hof gefahren. Da wir im ganzen Bus verteilt waren, rief Georg an unserer Haltestelle laut: "Alle verheirateten Priester und ihre Frauen aussteigen!" Ein Schmunzeln ging durch den Bus und dann stiegen wirklich nur wir sechs aus. Anschließend stellten wir uns draußen in Position, damit uns alle noch einmal anschauen konnten. Ein Priester, der auch im Bus war, winkte uns freundlich zu, und die übrigen Fahrgäste bekundeten uns auch ihre Sympathie. Das war lustig.

Noch etwas ganz anderes: Die Teilnahme am IKvu, die, wie ich weiß, ja aus Solidarität mit den ausgeschlossenen Gruppen stattfindet, war für mich zumindest in der Zeit, in der ich Dienste hatte, wenig attraktiv. Erstens war das IKvu-Zelt weit weg vom übrigen Geschehen, und dann waren dort auch nur noch wenige kritische Gruppen. Ich denke, die Zulassung von immer mehr kritischen Gruppen - aber eben nicht aller - auf der Kirchenmeile, soll dafür sorgen, dass sich der IKvu totläuft. Für den nächsten Katholikentag sollten wir uns diesbezüglich etwas einfallen lassen.

Auch über die Gestaltung unseres Standes sollten wir uns Gedanken machen. Georg fand ihn zu lieblos. Was ich aber toll fand, war, dass einige täglich angereist kamen, um uns am Stand zu unterstützen. Das war wirklich Einsatz und Solidarität, die gut getan haben. Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir zwar wohl alle ganz schön geschafft waren, aber trotzdem möchte ich die Begegnungen und Gesprächen nicht missen. Außerdem bot der Katholikentag auch die Gelegenheit, einige "Mitstreiter" aus der Vereinigung näher kennenzulernen, und das war toll.

Birgit Beyer


Anmelden

VkPF auf Facebook

Sie finden Beiträge und Hinweise zur VkPF auf unserer Facebook-Seite. Besuchen Sie uns dort!

Hinweis

Damit das Angebot dieser Webseite immer weiter optimiert werden kann, nutzen wir das Analysetool Piwik, um das Nutzerverhalten auf unserer Webseite anonymisiert zu erfassen. Dabei werden weder personenbezogene Daten noch die vollständige IP-Adresse, die einen Rückschluss auf die Person des Nutzers/der Nutzerin zulässt, gespeichert. Wenn Sie/Ihr dennoch dem Einsatz von Piwik widersprechen wollen/wollt, so ist dies über den Menüpunkt "Impressum" möglich. Dieser Hinweis erfolgt gemäß § 15 Abs. 3 TMG.

Literatur zum Zölibat

  • Oh, Gott! Kreuzweg Zölibat +

    Loser Friedli Gabriella Loser Friedli, Oh, Gott! Kreuzweg Zölibat, Wörtersee-Verlag, 2014

    Weiterlesen
  • Ich bin auf den Grund gegangen +

    Zellner Lorenz Zellner, Ich bin auf den Grund gegangen - aber nicht zugrunde, Verlag epubli GmbH, 2013 , 14,80 €

    Weiterlesen
  • Zölibat und Frau +

    BuchtitelLuise Rinser, Zölibat und Frau, Verlag Echter, 1967

    Weiterlesen
  • Zehn Argumente für den Zölibat +

    Buchtitel Hans Conrad Zander, Zehn Argumente für den Zölibat. Ein Schwarzbuch, Verlag Patmos, 2006, 7,95 €

    Weiterlesen
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6