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Arbeitskreis Priester ohne Amt im Bistum Augsburg

Liebe Mitbrüder in den deutschen Diözesen!

Vom 29. August bis 4. September fand in der Nähe von Rom (Chiusi/Chianciano Terme) die erste internationale Synode verheirateter Priester unter Federführung der italienischen Gruppe "Unione sacerdoti familiari cattolici" (U.S.F.C.) und ihres Pressebüros "Ordinazione sacra e matrimonio" (Or. Ma.) statt. Dies war ein geistliches Ereignis; der Name "Synode" war bewusst gewählt, weil sich hier Männer - mit ihren Frauen und Kindern - trafen, die sich der bleibenden Verpflichtung ihres unauslöschlichen Charakters, inmitten der Kirche und für die Gemeinden zum Priester berufen zu sein, bewusst geblieben waren.

Überraschend für viele der Teilnehmer war es, dass in den einzelnen Ländern, von Hongkong über alle europäischen Staaten bis nach Brasilien und den USA, bereits seit mehreren Jahren mehr oder weniger fest organisierte Gruppen verheirateter Priester bestehen, die sich mit Erfolg aus der Anonymität und Isolierung gelöst und zu gegenseitiger Hilfe, Öffentlichkeitsarbeit und zum Gespräch mit den Bischöfen versammelt haben. So gibt es in Italien, bei 3-5.000 verheirateten Priestern, die drei Gruppen Or.Ma., Vocatio und Cenaculum, in Frankreich unter 7-8000 Mitbrüdern die Gruppe Pretres en foyer (Priester mit Familie) in Paris und Lyon mit je 400 Mitgliedern, in Spanien die Organisation Equipos de sacerdotes casados de Espana (E.S.C.E.), in den USA bei 12.000 Betroffenen die Gruppe Corpus (Corporation of Reserve Priests United for Service) mit 1.300 Mitgliedern, in Österreich unter 500 die Gruppe Priester ohne Amt in Wien, 200 an der Zahl. Alle diese Gruppen haben eine eigene Zeitschrift, in der sie

1. Zeugnis geben von ihrem Leben in Ehe und Glaubensverkündigung,
2. theologische Studien über die Verbindung beider Sakramente, des Priestertums und der Ehe, veröffentlichen,
3. ihre Bereitschaft zur Neuaufnahme des Priesterdienstes bekunden.

In Deutschland, wo es. 4-6000 verheiratete Priester gibt, bestehen zwar in manchen Diözesen schon Gruppen von ihnen, so in Augsburg, Bamberg, Köln, Trier etc., die aber keine feste Struktur, wenig Pressearbeit und kaum gegenseitige Kontakte haben; und vor allem fehlt eine bundesweite Zusammenfassung, die der Stimme der verheirateten Priester mit ihren Erfahrungen und ihrer geistlichen Kraft erst Gewicht verleihen würde.

Im Hinblick auf den Katholikentag 1984 in München, der eine Darstellung dieser Gruppen von Priestern und ihrer neuen Lebenswirklichkeit vor der Öffentlichkeit der deutschen Kirche ermöglichen würde, wurde bei Teilnehmern und Beobachtern der Chiusi-Synode das Bedürfnis empfunden, eine solche Vereinigung verheirateter Priester in Deutschland möglichst bald zu gründen. Daher wenden wir, die Teilnehmer an der Synode und die Leitung des Augsburger Kreises, uns an Sie mit der Frage, ob Sie einer interdiözesanen "Vereinigung verheirateter katholischer Priester" beitreten, ihre Ziele, nämlich gegenseitige Hilfe, Information und Öffentlichkeitsarbeit durch ein Mitteilungsblatt, und die Bereitschaft zur Wiederaufnahme des priesterlichen Dienstes, bejahen und unterstützen und ein noch zu bestimmendes Sprechergremium dieser Vereinigung mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragen würden. Schon auf der für 1985 in Rom geplanten zweiten Sitzung der Synode könnten deutsche Vertreter ganz anders mitwirken, wenn sie durch eine Vereinigung autorisiert wären.

Die Zahl der - dispensierten und nicht dispensierten - verheirateter Priester in aller Welt wird auf 70-80000 geschätzt, das ist ein Fünftel des gesamten katholischen Klerus! Wenn sie sich vereinigen, wie es gegenwärtig ganz offensichtlich unter dem Einfluss des Geister Gottes geschieht, werden sie eine unübersehbare und überhörbare neu zum Leben erweckte Kraft aus der Ursprungszeit der Kirche sein, in der das Evangelium fast nur durch verheiratete Priester sich ausbreitete, eine Kraft, die die Leitung der Kirche auch heute nicht mehr ignorieren und an der Mitarbeit im Reiche Gottes hindern kann. Nach den bekannten Umfragen würde die Mehrzahl der G1äubigen und insbesondere einzelne betroffene Gemeinden den verheirateten Priester akzeptieren. Wir bitten Sie daher, der neu aufgekommenen Bewegung der Solidarisierung sich nicht zu versagen und der geplanten Gründung ihre Zustimmung zu geben.

Im Wissen darum, dass das Ziel der Gleichberechtigung des ehelosen und des verheirateten Priesters in der katholischen Kirche fast mehr noch vom Gebet als von unseren Bemühungen abhängt, vertrauen wir auf beides und grüßen Sie herzlich.

gez.
Dr. F. Franzen, Dr. H.-J. Vogels, Hans Fischer, Paul Gieß, Karl Loemke

P.S. Bitte geben Sie dieses Schreiben an andere Ihnen bekannte Mitbrüder weiter. Ein Teil der Briefe wird über den Tübinger Arbeitskreis Laisierung vom Komitee Christenrechte in der Kirche an die nur ihm bekannten Adressen verschickt. Falls Sie nicht ausführlicher schreiben wollen, bedienen Sie sich bitte des anhängenden Formulars.


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